Lumen Christi
Christus, das Licht der Welt

Die reichhaltige
Lichtsymbolik der Osternacht lässt uns den Sinn von Ostern erkennen
oder zumindest erahnen.
Es gibt Dinge, der Mensch
erst dann als wirklich schön
empfindet , wenn das Licht
der Sonne auf sie fällt. Denken wir an einen Regentropfen –
nichts besonderes – doch, fällt auf ihn Sonnenlicht, beginnt er zu
glänzen. Dieses Glitzern berührt unser Herz; wir sehen einen Abglanz
der Schöpfung Gottes in ihm.
„Gott sprach: Es werde
Licht. Und es wurde Licht.“ (Ex 1,3)
Die ganze Schöpfung ernährt sich vom Licht, ohne Licht gibt es kein
Leben.
Gott selbst ist dieses Licht, dass Leben schenkt und auch den Geist
des Menschen nährt.
Christus war von Anfang
an, als Logos (Wort), bei der Schöpfung der Welt zugegen, ja sie ist
sogar auf ihn hin geschaffen (vgl. Kol 1,16).
Daran erinnern wir uns,
wenn der Priester vor dem Entzünden der Osterkerze am Osterfeuer
spricht:
Christus gestern und
heute,
Anfang und Ende,
Alpha und Omega.
Sein ist die Zeit und die Ewigkeit.
Amen

Die am Osterfeuer
entzündete Osterkerze wird mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“
(Licht Christi) in die dunkle Kirche feierlich hineingetragen. An ihr entzünden auch
wir unsere Kerzen, anschließend folgt das große Osterlob, das
gesungene Exsultet.
Christus sagt von sich
selbst: „ICH bin das LICHT
der Welt! Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis
umhergehen, sondern wird das Licht
des Lebens haben.“ (Joh 8,12)
Wie können wir Christus,
das Licht sehen und wahrnehmen?
Nur alleine mit den Augen unseres Herzens.
„Man sieht nur mit dem
Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“
(Antoine de Saint–Exupéry)
Es ist uns Menschen
unmöglich, mit unseren physischen Augen in das helle Licht der Sonne
zu schauen – es blendet uns.
Mit dem
Osterlicht ist es wie mit einer Erzählung von dem Adler, dem
nachgesagt wird, seine Augen seien so scharf und klar, dass er
direkt in die Sonne schauen kann. Dieses Licht gibt ihm die Kraft
und den Mut, seine Flügel wieder auszubreiten und zu fliegen. Ebenso
ist es für uns Christen mit dem Osterlicht. Schauen wir in das
Licht, das für uns Christus symbolisiert, so bekommen wir die Kraft
und den Mut, unser Leben mit ihm zu wagen.
Denn auch wir sollen
Kinder des Lichtes sein („Ihr alle seid Söhne des Lichts und
Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der
Finsternis.“; 1 Thess 5,5).
Deo Gratias






