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Weltjugendtag in Madrid 2011

„In Christus verwurzelt und auf Ihn gegründet, fest im Glauben“
(Kol 2,7)


Die Vorbereitungstage für unsere Gruppe fanden in Colunga (Asturien, Spanien) statt. Zwischen 11 und 15.8. konnten wir die große Gastfreundlichkeit der Bewohner von Colunga erfahren und die wunderschöne Landschaft bewundern. Wir nahmen an den Katechesen teil und besuchten viele interessante Orte wie Oviedo (mit der wunderbare Kathedrale, wo das Schweißtuch aufbewahrt wird) und Covadonga (ein bekannter Marienwallfahrtsort). Wir durften auch das Meer und den Strand in Llgnaes und Colunga genießen. Am Montag machten wir uns auf den Weg nach Madrid. Von dort machten wir noch einen Ausflug nach Avila, die Stadt, in der drei große Heilige wohnten: Teresa von Avila, Johannes von Kreuz und Johannes von Avila. Am Abend mussten wir beim Eröffnungsgottesdienst aufgrund restloser Überfüllung den Rückzug antreten  und feierten in unserer Unterkunft eine Hl. Messe.

An den darauf folgenden Tagen nahmen wir am Vormittag jeweils an deutschsprachigen Katechesen teil – am Mittwoch (17.8) an jener von Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen/Deutschland, am Donnerstag an jener von Weihbischof Franz Lackner (Diözese Graz-Seckau) und am Freitag an jener unseres Wiener Kardinals Christoph Schönborn.

Die Nachmittage verbrachten wir damit, unsere Essensgutscheine in einem der teilnehmenden Lokale in Madrid einzulösen (was teilweise zu einer wahren „Schnitzeljagd“ wurde), uns ein bisschen die Stadt anzusehen und uns vor der Sonne in Sicherheit zu bringen.

Gemeinsam mit allen österreichischen Teilnehmern feierten wir ein Begegnungsfest und einen Wortgottesdienst mit den teilnehmenden österreichischen Bischöfen und dem Kardinal am 17.8, wo wir auch viele bekannte Gesichter derer erblickten, die an den verschiedenen Fahrtvarianten aus ganz Österreich teilgenommen hatten.

Ganz im Zeichen der Erwartung der Ankunft des Hl. Vaters stand dann der Donnerstag. Schon früh hatten wir uns entlang der Fahrtroute des Papamobils zum Plaza de Cibeles eingefunden, um gemeinsam mit hunderttausenden anderen zu feiern, zu singen und ins Gespräch zu kommen.
Am Freitag versuchten wir vergeblich eines der 3 berühmtesten Museen in Madrid zu besuchen – mehrere hundert Meter lange Schlangen hatten sich bereits vor jedem gebildet. Abends nahmen wir am Kreuzweg teil, der unter der Leitung von Benedikt XVI. stand und bei dem Jugendliche aus der ganzen Welt das Kreuz entlang einer Strecke trugen, auf der die typischen spanischen „Pasos“ ausgestellt waren – Figuren, die Darstellungen des Leidens Christi zeigen und zum WJT zum ersten Mal ihre Heimatstädte verließen.

Nach der gemeinsamen Feier der Eucharistie machten wir uns am Samstag gegen Mittag – gut ausgerüstet für eine Nacht auf freiem Feld – auf den Weg zum Flugplatz Cuatro Vientros um gemeinsam mit 1.000.000 (Berichte sprechen von bis zu 1.5 Mio) Pilgern mit Papst Benedikt die Vigil und am nächsten Tag die Hl. Messe zu feiern.

Die spanische Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite und so warteten wir bei ca 40°C im – nicht vorhandenen – Schatten auf die hereinbrechende Nacht. Bereits zu Beginn der Vigilfeier zeigten sich dunkle Wolken am Himmel und kurz nach Beginn der Ansprache des Heiligen Vaters fegte ein Unwetter über den Platz. Wie die Teilnehmer versuchte sich auch der Papst vor den Sturm zu schützen, brach seine Rede aber nicht ab, sondern lobte nach dem Abflauen des Sturmes die Tapferkeit und das Durchhaltevermögen der Jugendlichen und setzte seine Rede fort. Ein starkes Zeichen für die Kirche unserer heutigen Tage: Auch wenn schwere Zeiten auf uns zukommen – wir bleiben und wir bleiben standhaft. Bei der gemeinsamen Anbetung des Allerheiligsten legte sich dann eine Atmosphäre der Stille und des Gebetes über den ganzen Platz.

Nach einer durchaus kühlen und auch feuchten Nacht stand der Sonntagmorgen ganz im Zeichen des Abschlusses und Aufbruchs. Hunderte von Priestern und unzählige Bischöfe und Kardinäle aus aller Welt feierten mit Papst Benedikt XVI die Hl. Messe. Unter lauten Jubelrufen verabschiedete sich der Papst von den Jugendlichen nicht ohne bekannt zu geben, dass der WJT 2013 in Rio de Janeiro stattfinden wird.
Uns stand nach einem Picknick auf dem Gelände noch ein anstrengender Weg zu unserer Unterkunft bevor, von der wir gegen Abend wieder aufbrachen um unseren Rückflug nach Wien anzutreten, wo wir weit nach Mitternacht erschöpft, aber um wertvolle Eindrücke reicher, landeten.
Nur kurz seien hier die Gegendemonstrationen erwähnt die angeblich den WJT überschattet hätten: Nicht einmal die Zahl der Demonstranten konnte genau angegeben werden – im Vergleich zu der jubelnden und feiernden Menge waren sie jedoch nicht einmal ernsthaft zu bemerken und verschwindend gering.

Das Versagen der Medien in Österreich eine angemessene Berichterstattung zu liefern kann von unserer Seite nur bestätigt werden. Zu keiner Zeit fühlten wir uns in irgendeiner Weise Gefahr ausgesetzt, vielmehr schirmte die Polizei sofort jede aufkommende Demonstration ab und auch ließen sich keine WJT-Teilnehmer von den Protesten provozieren.

Wir erlebten in dieser Woche dank der tollen Organisation des für die Fahrtvariante des Jugendtreffen Pöllaus Verantwortlichen - Christof Müller – und der wunderbaren Gruppe mit vielen tollen Jugendlichen ein unbeschreibliches Gefühl der Kirche, die sich von ihrer jungen und fröhlichen Seite zeigte. Überall trafen wir feiernde, singende, lachende, junge Menschen aus aller Welt, denen auch die kleinen organisatorischen Mängel nicht die Stimmung verderben konnten, die aufeinander Rücksicht nahmen, miteinander über alle sprachlichen Barrieren hinweg ins Gespräch kamen und sich im Glauben verbunden wussten.

Deo gratias!

„Esta es la juventud del Papa! -
Hier ist die Jugend des Papstes!”
 

Fotoimpressionen
 

Offizielle Website des Weltjugendtages in Madrid

 

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